Institut für Ressourcenmanagement
. .

Iran; Energiepolitik als Friedenspolitik; Erneuerbare Energien im Iran; Alternativen zur Atomenergie und fossilen Brennstoffen; Förderung nachhaltiger Energie im Iran [03.01.2012]

Iran: Energiepolitik als Friedenspolitik


In der aktuellen Ausgabe der Blätter für deutsche und internationale Politik hebt Dr. Heike Walk die Bedeutung der Energiepolitik als Friedenspolitik im Iran hervor. Vor allem die deutsche Regierung ist dabei aufgrund ihrer traditionell guten Beziehungen zum Iran gefordert: Eine vorausschauende Energiepolitik könnte im Iran als Friedenspolitik fungieren.

Der Iran unternimmt bereits große Anstrengungen, seinen Energiesektor zu diversifizieren. Einerseits mithilfe der Atomkraft, über die im Ausland sehr häufig berichtet wird. Andererseits werden aber auch die erneuerbaren Energien ausgebaut, was kaum jemand zur Kenntnis nimmt. Die erneuerbaren Energien könnten daher ein Weg sein, Iran von seinem Atomprogramm abzubringen.

Alternativen zur Atomenergie fördern

Gewiss, dass Iran auf kurze Sicht zu einer grünen Kraft wird, ist gegenwärtig noch sehr optimistisch gedacht. Mit Ausnahme der Wasserkraft, die ca. 7 Prozent des Strombedarfs deckt, ist der Anteil von Ökostrom sehr gering und liegt bei unter einem Prozent – über 90 Prozent der Energieversorgung wird durch Gas und Öl gedeckt. Doch hoffnungsvolle Ansätze sind längst vorhanden: Schon in den kommenden fünf Jahren will Iran den Anteil von erneuerbaren Energien auf drei Prozent erhöhen. Nicht einmal Deutschland hatte solche ambitionierten Ziele, als es unter Rot-Grün den Weg für erneuerbare Energien ebnete.

Strukturen für erneuerbare Energien entwickeln

Neben den gesetzlich festgeschriebenen Ausbauzielen hat der Iran auch wichtige institutionelle Veränderungen vorgenommen. Die Regierung hat die Zuständigkeit für erneuerbare Energien aus dem Ölministerium herausgelöst und dem Energieministerium zugeordnet, sowie gleichzeitig eine eigene Unterorganisation, die Renewable Energy Organization of Iran (SUNA) gegründet. Die ersten Schritte in Richtung Energiewende sind im Iran getan. Es bleibt abzuwarten, wie konsequent der Weg weiter verfolgt wird und ob die internationale Gemeinschaft dessen Potenzial als Friedenspolitik erkennt und fördert.

inter 3 verfügt über langjährige Forschungs- und Beratungserfahrung im Iran. Aktuelle inter 3 Projekte in den Themenbereichen Erneuerbare Energien und Wassermanagement im Iran finden Sie in der Randspalten.