Institut für Ressourcenmanagement
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BMBF-Programm "Nachhaltiges Landmanagement", inter 3-Verbundprojekt zum Aufbau von Re-Produktionsketten in der Wasser- und Energie-Infrastruktur in schrumpfenden Regionen

Ressourcen vom Land: Wie Regionen Abfallstoffe in Wertströme verwandeln können

Steigende Energie- und Rohstoffpreise belasten nicht nur Unternehmen, sondern auch private und kommunale Haushalte. Besonders ländliche, bevölkerungsarme und strukturschwache Regionen stehen vor der Herausforderung, ihre Daseinsvorsorge wirtschaftlich tragfähig zu gestalten.

Doch es gibt auch neue Chancen: Ländliche Regionen verfügen über Rohstoffe, die bisher selten in Wert gesetzt werden. Hierzu zählen zum Beispiel Restholz aus dem Stadtwald, ungenutzte Abwärme von Biogasanlagen, kommunales Abwasser und Klärschlamm oder auch Grünschnitt von Straßenrändern und Gräben. Für insgesamt sieben dieser häufig als Abfall deklarierten Sekundärressourcen hat inter 3 gemeinsam mit dem RePro-Projektteam  regionale Wertschöpfungskreisläufe   – so genannte Re-Produktionsketten – identifiziert, die in vielen Gemeinden umsetzbar sind.

Aus eigener Kraft: Ressourcen der Region zum eigenen Vorteil nutzen

Interessierten Kommunen steht ein Portfolio von sieben Re-Produktionsketten zur Verfügung, die helfen, bezahlbare Ver- und Entsorgungsstrukturen zu sichern:

  • Das Heizkraftwerk Waldrestholz produziert Wärme und Strom aus dem Restholz kommunaler und privater Wälder.
  • Das Heizwerk Biogas-Abwärme nutzt die Abwärme bestehender Biogasanlagen für Nah- und Fernwärmenetze.
  • Das Heizkraftwerk Plantagenholz verarbeitet schnell wachsende Energiehölzer zunächst zu Hackschnitzeln und dann zu Wärme und Strom.
  • Im Kraftwerk Klärschlamm wird Strom gespart und produziert; das lohnt sich oft auch für kleinere Anlagen ab 10.000 angeschlossenen Einwohnern.
  • Das Kraftwerk Grünschnitt produziert Strom aus vorhandenen Grasabfällen, die zuvor kostenpflichtig entsorgt werden mussten. Zudem wird der Bedarf an anderer Biomasse für die Biogasproduktion gesenkt.
  • Das Heizwerk Abwasser-Abwärme entzieht dem Abwasser die Wärme um Gebäude zu beheizen oder zu kühlen.
  • Die bedarfsgerechte Bewässerung von Energieholzplantagen mit gereinigtem Abwasser steigert Holzerträge und schont kostbare Frischwasserressourcen.

Der RePro-Planer: In vier Schritten zur regionalen Ressourcennutzung

Der RePro-Planer bietet Kommunen, regionalen Unternehmen und weiteren Akteuren, die ihre ländlichen Sekundärressourcen nutzen wollen, in vier Schritten alle wichtigen Fachinformationen sowie Arbeitshilfen zum Aufbau von Re-Produktionsketten:

  1. Informieren: Flyer und Broschüren informieren darüber, welche Ressourcen geeignet sind und wie man die Leute aus verschiedenen Bereichen miteinander ins Geschäft bringt, beispielsweise Landwirte, Anlagenbetreiber, Abwasserzweckverbände, Abfallentsorgungsunternehmen und/oder Stadtwerke.
  2. Potenziale erkennen: Steckbriefe und ein Kurz-Check zu jeder Kette zeigen, welche Sekundärressourcen vor Ort erschlossen werden können und was sich daraus machen lässt.
  3. Aufbau planen: Ausführliche Fachinformationen und Praxis-Checks helfen den Aufbau einer Re-Produktionskette konkret zu planen.
  4. Umsetzung vorbereiten: Für übergreifende Themen wie Finanzierung, Risikomanagement oder Betriebsorganisation stehen ebenfalls umfangreiche Fachinformationen und Checklisten zur Verfügung.

Der RePro-Planer ist auf der Internetseite www.reproketten.de veröffentlicht und kann kostenlos genutzt werden.

Tel.: +49(0)30 34 34 74 52
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Akademikerin mit Migrationshintergrund

"Wegwerfgesellschaft war gestern – der Wiederverwendung gehört die Zukunft. Das gilt auch für die Schnittstelle von Energie- und Wasserwirtschaft. Der RePro-Planer zeigt die Möglichkeiten."

Dr. Shahrooz Mohajeri