Institut für Ressourcenmanagement
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KIRMin - Steigerung der Resilienz kritischer Infrastrukturen - BMBF-Projekt - Wasserversorgung - Zivile Sicherheit – Erhöhung der Resilienz im Krisen- und Katastrophenfall

KIRMin: Steigerung der Resilienz kritischer Infrastrukturen


© Rudolpho Duba / pixelio

Was passiert bei einem Stromausfall mit der Wasserversorgung und wie kann diese gegen Totalausfälle geschützt werden? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Forschungsprojektes "KIRMin - Kritische Infrastruktur-Resilienz als Mindestversorgungskonzept", das mit Beteiligung von inter 3 im Juni 2016 gestartet ist. Es wird im Förderprogramm "Zivile Sicherheit – Erhöhung der Resilienz im Krisen- und Katastrophenfall" durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Eingeschränkte Resilienz durch intersektorale Abhängigkeiten?

Die gegenseitigen Abhängigkeiten zwischen Versorgungsinfrastrukturen können im Krisenfall nicht nur die reguläre Versorgung einschränken, sondern auch die Notversorgungs-Mechanismen erschweren. So kann beispielsweise bei einem flächendeckenden und langanhaltenden Stromausfall die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung aus dem Trinkwasser-Leitungsnetz bestenfalls über wenige Stunden aufrechterhalten werden. Anschließend behindert der Stromausfall jedoch auch die Notversorgung: Sowohl die Versorgungsmedien (Personal, Wasserabfüllung, Diesel usw.), die Versorgungswege (z.B. ampelgeregelte Straßen, Schienenverkehr), als auch die Kommunikationskanäle (Mobilfunk, digitale Leitungsnetze und Endgeräte) fallen entweder sofort, oder einige Minuten bis wenige Stunden später aus.

Herausforderung Notversorgung

Insofern stellt sich die Frage, wie die Bevölkerung bei Ausfällen kritischer Infrastrukturen, insbesondere in Verbindung mit einem Stromausfall, ausreichend versorgt werden kann: Wie resilient ist die jeweilige Versorgungsinfrastruktur und welche Notfallmechanismen können in welcher Form wirken? Inwiefern kann die Bevölkerung sich selbst versorgen? KIRMin untersucht diese Fragestellungen am Beispiel der Städte Köln, Kerpen und des Landkreises Rhein-Erft.

Faktenbasierte Szenarios für problemadäquates Risikomanagement

Verschiedene Praxisakteure aus kommunalem Krisenmanagement und Versorgungswirtschaft werden im Rahmen von Tiefen-Interviews und Workshops direkt in die Systemanalyse und die Szenarioentwicklung eingebunden. Durch eine Konstellationsanalyse wird zunächst das Erfahrungswissen der Akteure gebündelt. Darauf aufbauend untersucht inter 3 dann die Resilienz der Versorgungssysteme in den verschiedenen Städten. Strukturen und Dynamiken der Systeme geben den Rahmen für mögliche Szenarioverläufe eines Ausfalls von Strom- und Wasserversorgung vor und stellen die Grundlage für Best- und Worst Case- Varianten der Krisenbewältigung dar. Die Szenarios dienen der besseren Vorbereitung der Verantwortlichen auf Infrastrukturausfälle. Aus ihnen werden schließlich Handlungsschwerpunkte für ein Risikomanagement und eine Mindestversorgung generiert.

Ansprechpartner

Axel Dierich
Tel.: +49(0)30 34 34 74 49
Projektübersicht:

Projektwebseite

inter 3-Leitfaden (2019)

Download

Analyse von Interdependenzen zwischen KRITIS. Empfehlungen für Praxisakteure und Versorgungsunternehmen und kommunalen Behörden.

Download (PDF)

Präsentation ISCRAM Konferenz 2019

KIRMin-Poster "Analyse wechselseitiger Abhängigkeiten zwischen KRITIS: Grundlage für die Ableitung von Krisenszenarios" (2019)

Dierich, Schön, Bartels, Hahne, Hempel, Lieb: Szenarioanalyse für intersektorales Infrastruktur-Management, im:

Atlas der Verwundbarkeit und Resilienz (TH Köln | Uni Bonn, 2016), download (PDF)