Institut für Ressourcenmanagement
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Kooperationsmöglichkeiten: Iran fördert erneuerbare Energien

Die iranische Regierung setzt nun auch gezielt auf erneuerbare Energien und strebt im Nahen Osten eine führende Rolle in diesem Bereich an.

Nachhaltige Energieversorgung jenseits der Atomenergie

Der Ausbau von "grünen" Energieformen im Iran ist für deutsche Unternehmen und Kooperationspartner aus der Branche ein interessanter Markt, denn das Land bietet aufgrund seiner Größe und regionalen Bedeutung vielfältige Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Im Hinblick auf eine nachhaltige Energieversorgung können hier neue Perspektiven jenseits der Atomenergie entwickelt und zu deren Umsetzung beigetragen werden. Gerade in der gegenwärtig intensiv geführten Diskussion um die Sicherheit von Atomanlagen und mögliche alternative Technologien sind diese Initiativen der iranischen Regierung äußerst interessant.

Hohes Potenzial für erneuerbare Energien

Die geographischen Gegebenheiten des Iran bieten neben der klassischen Wasserkraft umfangreiche Potenziale für die Anwendung unterschiedlicher Technologien bei Windkraft, Solarthermie, Photovoltaik, Geothermie oder der Biomassenutzung.

Die ersten Windkraftanlagen wurden bereits im Jahr 1994 im Nordwesten des Landes installiert. Mit einer Windparkanlage in Binalood, die 2008 ans Netz ging, soll technologisch ein großer Schritt nach vorn gegangen werden: Sie zeigt die großen Potenziale auf und soll möglichst auch Initiativen für die inländische Entwicklung und Produktion von Windkraftanlagen vorantreiben. Auch im Solarbereich gibt es schon eine Photovoltaikanlage und ein 250 KW-Parabolrinnen-Solarkraftwerk. Ein weiteres Solarkraftwerk mit einer Leistung von 1 MW Leistung befindet sich im Bau.

Optimierung institutioneller Zuständigkeiten

Flankiert wurde der Ausbau durch eine institutionelle Umstrukturierung innerhalb des iranischen Energieministeriums. Die Gründung einer eigenständigen Organisation, der Renewable Energy Organization of Iran (SUNA), gewährleistet bei den erneuerbaren Energien eine neue Planungssicherheit und Unabhängigkeit. Gegründet wurde SUNA 1995 und erhielt im Jahr 2003 per Gesetz die alleinige Verantwortung für die erneuerbaren Energien. Die SUNA unterstützte in den vergangenen Jahren vielfältige Forschungsprojekte zu erneuerbaren Energien, vor allem in der Wind- und Solarenergie sowie der Wasserkraft, aber auch in der Geothermie und der Biomassenutzung. Besonderes Augenmerk galt dabei den wirtschaftlichen Potenzialen der Technologien für erneuerbare Energien.

Nägel mit Köpfen: Politische Ziele und Programme

Von der iranischen Regierung wurden in den letzten Jahren bereits Maßnahmen zur Förderung der Erneuerbaren umgesetzt oder initiiert. Ziel ist, eine Kraftwerkskapazität von drei Prozent der gesamten Kraftwerksleistung des Landes bis 2013 zu erreichen. Zu den wichtigen Maßnahmen zählt die Erhöhung der garantierten Abnahmepreise für private Akteure, die Strom aus erneuerbaren Energien bereitstellen. Derzeit hat das Energieministerium 45 privaten Unternehmen die Genehmigung für Machbarkeitsstudien zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erteilt. Ausdruck des grundsätzlichen Interesses an Erneuerbaren und der Kooperationsbereitschaft ist darüber hinaus die Mitgliedschaft in der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) sowie die Mitarbeit in unterschiedlichen regionalen und internationalen Expertenkommissionen zum Thema erneuerbaren Energien. Diese neue Energiepolitik des Iran hat eine Signalwirkung für dessen Nachbarländer und stärkt unternehmerische Initiativen und Projekte im Land, die eine nachhaltige Energieversorgung anstreben.

"Der Ausbau erneuerbarer Energien im Iran ist für deutsche Unternehmen ausgesprochen interessant. Es gibt ein großes Potenzial für die Anwendung unterschiedlicher Technologien bei Windkraft, Solarthermie, Photovoltaik, Geothermie oder Biomassenutzung, das es zu nutzen gilt."

Dr. Heike Walk