Institut für Ressourcenmanagement
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BMBF-Projekt - Regionales Wasserressourcen-Management für den nachhaltigen Gewässerschutz (REWAM) – FlussHygiene - Frühwarnsysteme

FlussHygiene


© Anna Witzel

Öffentliche Badestellen werden als Alternative zum Schwimmbad immer beliebter. Entsprechend der EU-Badegewässerverordnung werden sie jedoch lediglich monatlich auf ihre Qualität hin überprüft. Wird ein Gewässer in der Zwischenzeit verschmutzt, kann dies nach bisheriger Praxis nicht erfasst werden. Dies ist der Ansatzpunkt für das Verbundprojekt FlussHygiene, das im Juni 2015 gestartet ist, und in dem inter 3 die Analyse möglicher widerstreitender Interessen am Beispiel der avisierten Eröffnung neuer Badegewässer an der Vorstadtspree in Berlin übernimmt.

Ein Gewässer – viele Parameter: die Konflikt- und Konstellationsanalyse

Ziel des Verbundprojektes ist es, Instrumente zu entwickeln, mit denen kurzzeitig auftretende Verschmutzungen und deren Ausbreitung im Fluss vorhergesagt werden können. Bevor ein Gewässer aber überhaupt als Badegewässer genutzt werden kann, müssen unterschiedliche und teilweise gegensätzliche Interessen sowie komplexe rechtliche, baulich-materielle und weiteren Standortbedingungen beachtet werden. inter 3 führt daher zunächst eine Konflikt- und Konstellationsanalyse durch, mit deren Hilfe die verschiedenen Stakeholder, ihre jeweiligen Interessen sowie die Rahmenbedingungen identifiziert und gruppiert werden. Zu den Stakeholdern zählen z.B. Anwohner, Interessensverbände, Stadtplaner, Wirtschaft oder Wissenschaft, die sich wiederum in rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und infrastrukturellen Gefügen bewegen.

Von der Analyse zum praktischen Leitfaden: der Deutschlandvergleich

Anhand der Flussgebiete Havel, Isar/ Ilz, Rhein/ Mosel und Ruhr werden die Erkenntnisse validiert und verallgemeinert. Dies bildet die Grundlage für valide Aussagen darüber, mit welchen strategischen Ansatzpunkte (politisch-rechtlich, organisatorisch, kommunikativ, technologisch, baulich-materiell) neue Badegewässer möglichst reibungsarm, hygienisch sicher und unter Berücksichtigung von Wirkungs- und Kosten-Nutzen-Aspekten realisiert werden können, und welche Maßnahmen sinnvoll sind. Im Ergebnis werden sowohl Handlungsempfehlungen für die zuständigen Akteure in Berlin sowie eine deutschlandweit gültige Checkliste für die Eröffnung von Flussbadestellen erarbeitet.