Extremwetter, Cyberattacken oder der Ausfall kritischer Infrastrukturen treten zunehmend nicht mehr nacheinander, sondern gleichzeitig auf – und binden dieselben begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen einer Verwaltung. Damit Regionen in solchen Lagen handlungsfähig bleiben, braucht es verbindliche Netzwerke aus Landkreisen, Regionalplanung, Katastrophenschutz sowie Ver- und Entsorgern – aufgebaut, bevor der Ernstfall eintritt. Genau das haben fünf Modellregionen im Projekt „Resiliente Regionen" in den vergangenen drei Jahren erprobt und geben ihre Erfahrungen seit Sommer 2026 an acht neue Transferregionen weiter.
Am 16. und 17. September 2026 kamen alle 13 Regionen dafür in Mannheim zusammen – mit einer Abendveranstaltung des Verbands Region Rhein-Neckar sowie einem eineinhalbtägigen Programm im Technischen Rathaus. Wir sind im Projekt für die Konzeption des Wissenstransfers zwischen den Regionen verantwortlich und begleiten gemeinsam mit agl und plan + risk consult das vom BBSR betreute Projekt von wissenschaftlicher Seite: In größeren Austauschformaten und themenspezifischen Kleingruppen bringen wir die Vertreter:innen der Regionen zusammen, führen Bildungsformate durch und beraten zu individuellen Fragestellungen.
Am Vormittag stellten die Transferregionen ihre Herangehensweise an vier zentralen Themen vor – Netzwerkaufbau mit KRITIS-Akteuren, Sensibilisierung von Bevölkerung und Unternehmen, Aufbau einer krisenfesten Verwaltung sowie Resilienz in der Raumordnung –, während die Modellregionen aus ihrer Praxis kommentierten. Am Nachmittag wurden konkrete Instrumente direkt angewendet: Planspiele und Table Tops, eine Resilienzberatungsschulung sowie KRITIS-Analysen.
Damit die Erkenntnisse auch über die beteiligten Regionen hinaus wirken, hat der Bund die Ergebnisse der ersten Projektphase in der digitalen Toolbox „Resiliente Raumentwicklung" gebündelt – öffentlich zugänglich und ausdrücklich auch für Regionen, die noch am Anfang ihrer Krisenvorsorge stehen.