PeerFarm

Praxiswissen teilen für die Landwirtschaft von morgen.

Traktor mit 2 Personen vor einem Maisfeld
© Pixabay | wfranz

Landwirtschaftliche Betriebe stehen unter hohem Transformationsdruck: Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Ressourcenknappheit, Digitalisierung und sich wandelnde Marktanforderungen verlangen neues Handlungswissen – und zwar anschlussfähig an den betrieblichen Alltag. Klassische Weiterbildungsformate stoßen hier oft an Grenzen: Sie sind zu wenig praxisnah, zu stark frontal ausgerichtet und nutzen das vorhandene Erfahrungswissen in den Betrieben kaum. PeerFarm setzt genau hier an und entwickelt ein Lern- und Transferkonzept, das auf kollegialem Austausch, gemeinsamer Reflexion und der Stärkung betrieblicher Lernnetzwerke basiert.

Bedarfsanalyse und Wissenslandkarte

Am Anfang des Projekts steht eine systematische Analyse: Welches Wissen wird in landwirtschaftlichen Betrieben tatsächlich benötigt, um nachhaltiger zu wirtschaften – und welches Erfahrungswissen ist bereits vorhanden? Gemeinsam mit Auszubildenden, Ausbildenden und weiteren Praxisakteuren werden Wissensbedarfe und vorhandenes Handlungswissen erhoben. In Interviews werden sowohl inhaltliche Themen (z.B. Bodenaufbau, Kreislaufwirtschaft) als auch didaktische Bedürfnisse (z.B. Lernformen, Austauschformate) erfasst. Die Ergebnisse fließen in eine „Wissenslandkarte“, die sichtbar macht, welche Themen für die Community besonders relevant sind, wo Lücken bestehen und an welchen Stellen Peer-Learning besonders wirkungsvoll ansetzen kann.

Peer-basierte Lern- und Austauschformate

Die Entwicklung und Erprobung von Lern- und Austauschformaten sind konsequent auf Peer-Learning und Community-Building ausgerichtet. Auf Basis der Wissenslandkarte werden Formate wie kollegiale Fallbesprechungen, Peer-Coaching, praxisnahe Lernmodule, digitale Austauschforen oder betrieblich verankerte Lernsettings konzipiert und gemeinsam mit den Beteiligten weiterentwickelt. Die Inhalte und Methoden werden in einem Reallabor-Ansatz co-produziert: Auszubildende, Ausbildende und Fachakteure testen die Formate in der Praxis, geben Rückmeldung und gestalten die Materialien aktiv mit. Eine digitale Lehr-Lernplattform bündelt die entwickelten Formate und unterstützt die Vernetzung der Community.

Evaluation, Weiterentwicklung und Transfer

PeerFarm ist als anwendungsorientiertes Projekt mit klarem Transferanspruch angelegt. Die im Reallabor getesteten Lern- und Austauschformate werden in mehreren Zyklen evaluiert, überarbeitet und erprobt. Dies stellt sicher, dass das Wissenstransferkonzept praxistauglich, motivierend und langfristig nutzbar ist. Die Ergebnisse werden in Fachpublikationen und praxisorientierten Formaten und Materialien aufbereitet. Zudem wird geprüft, wie die Ergebnisse in bestehende Strukturen der landwirtschaftlichen Bildung integriert werden können.

inter 3 übernimmt im Projekt die wissenschaftliche Konzeption, Koordination und Evaluation. Slow Food bringt seine starke Verankerung in der Praxis und seine Erfahrung im Community-Aufbau ein. Gemeinsam verbinden inter 3 und Slow Food wissenschaftliche Fundierung mit lebendiger Praxis-Community und Erfahrungen in der Erarbeitung maßgeschneiderter didaktischer Materialien und schaffen so tragfähige Strukturen für peer-basiertes Lernen in der Landwirtschaft.