Mit dem Projekt CritSupPort stärken wir gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Praxis die Krisenfestigkeit zentraler logistischer Drehscheiben in Deutschland. Im Fokus stehen See- und Binnenhäfen als systemkritische Knotenpunkte für die Versorgung mit lebenswichtigen Gütern – insbesondere aus den Sektoren Ernährung und Gesundheit.
Globale Lieferketten sind hochgradig vernetzt, zeitkritisch und störanfällig. Bereits wenige Tage eingeschränkter Hafenbetrieb können gravierende Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Arzneimitteln, Lebensmitteln oder Vorprodukten haben. Vor dem Hintergrund zunehmender Extremwetterereignisse, geopolitischer Spannungen, Cyberrisiken und hybrider Bedrohungen entwickelt CritSupPort sektorübergreifende Lösungen für ein präventives Risiko- und Krisenmanagement.
Risikoanalyse und Priorisierung kritischer Güter
Kern des Projekts ist die datenbasierte Analyse ausgewählter Lieferketten, die über die Häfen Hamburg und Duisburg verlaufen – zwei der wichtigsten logistischen Knotenpunkte Europas. Gemeinsam mit Praxisakteuren werden logistische, technische und organisatorische Abhängigkeiten systematisch erfasst und in Szenarien überführt, die einen mehrwöchig eingeschränkten Hafenbetrieb simulieren.
Darauf aufbauend entwickelt das Projekt Verfahren zur Identifikation und Priorisierung kritischer Güter im Containerverkehr. Ziel ist es, im Krisenfall transparente, nachvollziehbare und rechtssichere Entscheidungsgrundlagen bereitzustellen. Dabei werden bestehende betriebliche Prozesse ebenso berücksichtigt wie regulatorische Rahmenbedingungen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene.
Sektorübergreifendes Krisenmanagement
Ein zentrales Innovationsmoment von CritSupPort liegt in der Entwicklung eines intersektoralen Kommunikations- und Koordinierungsmodells. Hafenbetreiber, Reedereien, Logistikunternehmen, Behörden sowie Akteure aus Handel und Gesundheitswesen werden in einem gemeinsamen Risiko- und Krisenmanagementansatz zusammengeführt. Die erarbeiteten Analyse- und Entscheidungsinstrumente werden in Planspielen und Simulationsformaten erprobt und optimiert. So entsteht ein praxisnahes Gesamtkonzept, das nicht nur auf die betrachteten Lieferketten, sondern auch auf andere logistische Infrastrukturen übertragbar ist.
Transfer und gesellschaftliche Resilienz
CritSupPort versteht sich als anwendungsorientiertes Forschungsprojekt mit klarem Transferanspruch. Ergebnisse werden in Handreichungen, Schulungsmodulen und Fachpublikationen aufbereitet und über Netzwerke in Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft verbreitet. Das Projekt leistet damit einen substanziellen Beitrag zur Stärkung der Versorgungssicherheit in Deutschland – und zur Entwicklung einer resilienten, lernfähigen Infrastruktur im Umgang mit komplexen Krisenszenarien.