Die Nachfrage nach regional erzeugten Öko-Lebensmitteln steigt kontinuierlich, insbesondere in der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) wie Betriebsrestaurants, Mensen, Krankenhäusern sowie Schul- und Kita-Küchen. Dennoch stehen Erzeugungsbetriebe, Verarbeiter, Logistikunternehmen und Großküchen beim Aufbau stabiler, bioregionaler Wertschöpfungsketten häufig vor erheblichen Hürden. Neben logistischen Herausforderungen und fehlenden Bündelungsstrukturen bilden vor allem unklare rechtliche Rahmenbedingungen und eine oft unzureichende Ausgestaltung von Liefer- und Rahmenverträgen ein kritisches Nadelöhr.
Systematisierung und Bewertung funktionierender Wertschöpfungsketten
Im Zentrum des Vorhabens steht daher eine systematische nutzungsorientierte Zusammenführung und Bewertung vorhandenen Wissens zu Erfolgsfaktoren und Vertragsbedingungen. Über eine bundesweite Akteursanalyse und Interviews mit Praxisakteuren, Großverpflegern und Multiplikatoren erforscht das Projektkonsortium die realen Funktionsweisen und Barrieren bestehender Wertschöpfungsketten. Dabei werden neben formellen Kontrakten bewusst auch informelle, auf mündlichen Absprachen basierende Kooperationsformen untersucht. Parallel dazu wird eine systematische Auswertung der nationalen und internationalen Fachliteratur durchgeführt, um die organisatorischen, ökonomischen und kommunikativen Gelingensbedingungen in einer strukturierten Wissensdatenbank und Typologie aufzuarbeiten.
Erarbeitung praxisnaher Empfehlungen und Blaupausen
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der vertieften Analyse der juristischen Beziehungen entlang der Wertschöpfungskette. Durch die Untersuchung von Realverträgen und den Abgleich mit literaturbasierten Soll-Kriterien werden rechtliche Barrieren identifiziert – etwa bezüglich Preisanpassungsklauseln, Abnahmegarantien oder kommunaler Vergabevorschriften. Auf dieser Basis entstehen sozial-ökologisch ausgewogene, rechtssichere Mustervertragsklauseln und Empfehlungen, die in der Praxis direkt angewendet werden können.
Um die Ergebnisse wirksam in die Breite zu tragen, entwickelt das Projekt ein mehrstufiges Transferpaket: Neben einem modularen Praxisleitfaden und zielgruppenspezifischen Merkblättern richtet sich ein Policy Brief gezielt an Entscheidungstragende in Politik, Kommunen und Wirtschaftsförderung. Ein Fach-Webinar sowie Fachbeiträge und Messepräsenzen runden den Wissenstransfer ab.
Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau.